Prompt-Guide

Gute KI-Prompts für Bilder und Videos

Ein Prompt ist wie ein kurzer Auftrag an einen Kameramann: Sag zuerst das Wichtigste, dann nur Details, die das Bild wirklich ändern.

Die Grundregel

Behandle jeden Prompt wie ein kompaktes Shot-Briefing: erst die wichtigsten visuellen Fakten, dann nur Details, die das Bild wirklich verändern. Kurze, konkrete Sprache und Iteration schlagen Schlagwort-Listen. Erzeuge Varianten, finde einen Fehler und ändere als Nächstes nur diese eine Variable.

Die Beispiel-Prompts bleiben Englisch, weil die meisten KI-Tools damit die besten Ergebnisse liefern.

Bild-Prompts

Für Konzeptbilder, Charakter- und Location-Skizzen (Flux, Midjourney, SDXL und ähnliche Tools).

Reihenfolge

Reihenfolge: Motiv und Merkmale → Handlung/Pose → Ort → Bildaufbau/Kamera → Licht → Stil/Textur → Stimmung/Farbpalette → Seitenverhältnis.

Vorlage zum Kopieren

[Shot type] of [specific subject, age/wardrobe/material/distinctive features], [action/pose], in [specific setting and time/weather]. [Composition and viewpoint], [lens / depth of field]. [Lighting source + quality + direction]. [Visual medium/style], [palette], [mood], [texture/detail].

Nützliche Begriffe

Licht
soft window key, golden-hour backlight, hard sidelight, practical tungsten lamps, neon spill, volumetric shafts, overcast diffusion, rim light, chiaroscuro, bounced fill
Objektiv und Bildaufbau
24mm wide establishing shot, 35mm environmental portrait, 50mm natural perspective, 85mm close-up, macro, low angle, overhead, over-the-shoulder, symmetrical framing, negative space, rule of thirds, shallow/deep depth of field
Negative Prompts
Sparsam einsetzen und nur, um einen beobachteten Fehler zu korrigieren. SDXL hat ein eigenes Negativ-Feld, Midjourney nutzt --no, Flux reagiert besser auf klare positive Beschreibungen als auf eine Negativ-Liste im Prompt.

Fünf gute Prompts

Medium close-up of a weathered female astronaut in a scratched ivory pressure suit, studying a cracked helmet visor in a derelict greenhouse on Mars. 85mm lens, shallow depth of field. Cold blue skylight, warm sodium practicals behind her. Photoreal cinematic concept art, rust and teal palette, quiet dread.

Wide establishing shot of a fishing village built into black sea cliffs, dawn fog moving between stilt houses. 24mm lens from a high viewpoint, leading lines toward a lighthouse. Soft overcast light, muted slate-blue palette, grounded fantasy production design.

Full-body character turnaround of a teenage courier wearing a patched yellow raincoat and utility harness, neutral studio-grey background. Front-facing, relaxed stance, softbox lighting, clean costume-design concept sheet, precise fabric texture.

Over-the-shoulder shot of a detective pinning photographs to a corkboard in a cramped 1970s apartment. 35mm lens, practical table lamp as warm key, rain-blue window rim light. Film grain, smoky amber and cyan palette, paranoid noir mood.

Extreme macro of an antique brass key half-buried in wet moss, droplets catching the light. 100mm macro lens, very shallow depth of field. Diffused forest light, rich green and bronze palette, tactile fantasy-object concept art.

Fünf schwache Prompts und wie du sie verbesserst

Schwach: A cool cinematic woman in a city.

Warum: „Cool“ und „cinematic“ definieren weder Motiv noch Ort noch Einstellung.

Besser: Kleidung, Handlung, Ort, Bildausschnitt, Licht und Palette benennen.

Schwach: Beautiful fantasy castle, 8k, masterpiece, best quality.

Warum: Qualitäts-Tags ersetzen keine Production-Design-Details.

Besser: Architektur, Jahreszeit, Blickpunkt, Wetter und Licht beschreiben.

Schwach: A close up wide shot of a man.

Warum: Widersprüchlicher Bildausschnitt.

Besser: Eins wählen: tight close-up oder wide establishing shot.

Schwach: A warrior with no bad hands, no blur, no ugly.

Warum: Negative Formulierungen werden oft ignoriert oder lenken die Aufmerksamkeit erst auf die Fehler.

Besser: Eine Pose beschreiben, in der die Hände einfach und sichtbar bleiben; gezielte Negativ-Angaben nur, wo das Tool sie unterstützt.

Schwach: A cyberpunk, medieval, watercolor, photorealistic anime scene.

Warum: Konkurrierende Stile lassen keine klare Art Direction zu.

Besser: Ein Haupt-Medium wählen und höchstens eine bewusste Mischung.

Kleines Wörterbuch

Establishing shot:
Weites Bild, das erklärt, wo die Szene spielt.
Close-up:
Enger Ausschnitt auf ein Gesicht oder ein wichtiges Objekt.
Low angle:
Kamera blickt nach oben, das Motiv wirkt oft dominant.
High angle:
Kamera blickt nach unten, das Motiv wirkt ausgesetzt oder klein.
Over-the-shoulder:
Bildaufbau an einer Figur vorbei auf eine andere Figur oder ein Objekt.
Leading lines:
Linien im Raum, die den Blick zum Hauptmotiv führen.
Negative space:
Bewusst frei gelassene Fläche um das Motiv.
Rule of thirds:
Das Motiv nahe einem Schnittpunkt des Drittel-Rasters platzieren.
24mm:
Weitwinkel, betont Raum und Vordergrund.
50mm:
Natürliche Perspektive für viele Erzählszenen.
85mm:
Schmeichelnde Porträt-Perspektive mit verdichtetem Hintergrund.
Makro:
Extremer Nahbereich für kleine Objekte und Texturen.
Shallow depth of field:
Motiv scharf, Vorder- und Hintergrund unscharf.
Deep focus:
Mehrere Entfernungen bleiben scharf.
Key light:
Das Hauptlicht, das das Motiv formt.
Fill light:
Weicheres Licht, das den Schattenkontrast mildert.
Rim light:
Kantenlicht, das das Motiv vom Hintergrund trennt.
Backlight:
Licht hinter dem Motiv in Richtung Kamera.
Volumetric light:
Sichtbare Lichtstrahlen in Nebel, Staub oder Rauch.
Practical light:
Sichtbare Lichtquelle in der Szene, etwa Lampe oder Neonschild.

Video-Prompts

Für kurze Clips (Veo, Runway, Kling, Sora, Wan und ähnliche Tools). Ein Clip, eine Kamerabewegung, eine Handlung.

Reihenfolge

Reihenfolge: Einstellung/Kamerabewegung → Motiv und Ort → eine sichtbare Handlung → Licht/Look → Timing/Tempo → optional Ton. Handlung in kleinen Beats beschreiben („macht vier Schritte, hält an, hebt den Vorhang“), nicht als Mini-Szene mit vielen Ereignissen. Kurze Clips sind kontrollierbarer und lassen sich leichter schneiden.

Vorlage zum Kopieren

[Shot type + one camera movement]. [Character/object] in [specific setting] [performs one clear action in beats]. [Lighting + palette + atmosphere]. [Style and motion quality]. [Duration/pacing: e.g., 4 seconds, slow and controlled]. [Optional: brief dialogue or ambient sound].

Kamerabewegungen

Pan
Drehung nach links oder rechts aus fester Position.
Tilt
Drehung nach oben oder unten aus fester Position.
Dolly / Push-in
Kamera fährt physisch auf das Motiv zu.
Dolly-out / Pull-back
Kamera fährt weg und enthüllt den Kontext.
Tracking
Kamera begleitet ein bewegtes Motiv seitlich oder von hinten.
Orbit
Kamera kreist im Bogen um das Motiv.
Crane / Boom
Kamera hebt oder senkt sich.
Handheld
Leichte, menschliche Kamerabewegung.
Locked-off
Feste Kamera ohne Bewegung.
Whip pan
Sehr schneller Schwenk, energisch oder als Übergang.

Fünf gute Prompts

Slow dolly-in, medium close-up. A tired stationmaster in a navy coat stands alone on a foggy platform at dawn. He hears a distant train, lifts his eyes, then tightens his grip on a paper ticket. Warm platform lamps against cool blue mist, restrained 35mm-film texture. Four seconds, still and tense.

Locked-off wide shot. A child in a red raincoat stands beside a puddle in a narrow street after rain. She steps once into the water; the reflection of neon signs ripples outward. Soft neon reflections, wet asphalt, quiet magical realism. Five seconds, gentle natural motion.

Low tracking shot moving beside a bicycle wheel. A bicycle courier rides through a market alley, passing one stall as fabric awnings flap overhead. Late-afternoon sun, warm dust, lively but believable movement. Four seconds, steady pace.

Slow orbit around a ceramic robot on a workshop bench. The robot taps a flickering bulb once; tiny sparks appear and its eyes widen. Warm tungsten practicals, cool rain light through the window, handmade stop-motion texture. Five seconds, whimsical suspense.

Crane rise from a single red poppy to reveal an abandoned battlefield reclaimed by wildflowers. Wind moves the grass in one direction. Golden-hour backlight, muted earth tones, solemn historical-drama mood. Six seconds, slow reveal.

Fünf schwache Prompts und wie du sie verbesserst

Schwach: Make an epic movie scene.

Warum: Kein Motiv, keine Handlung, keine Kamera, kein visuelles Ziel.

Besser: Eine Einstellung mit einem Ereignis und sichtbarem Ort angeben.

Schwach: A woman runs, cries, opens a door, fights guards, escapes in a car.

Warum: Zu viele Beats für eine kurze Generierung.

Besser: In getrennte Einstellungen aufteilen: eine Handlung pro Clip.

Schwach: Camera pans, dollies, orbits, cranes, and zooms.

Warum: Konkurrierende Kamerabefehle erzeugen oft chaotische Bewegung.

Besser: Eine Hauptbewegung wählen, z. B. slow dolly-in.

Schwach: No shaky camera, no warped face, no morphing.

Warum: Negative Formulierungen lenken das Modell auf das Unerwünschte.

Besser: Positiv formulieren: stable locked-off camera; natural facial motion.

Schwach: The hero is sad and everything is cinematic.

Warum: Emotion bleibt abstrakt, solange sie nicht in sichtbares Verhalten übersetzt wird.

Besser: Die Darstellung beschreiben: he lowers his gaze, exhales, and folds the letter.

Kleines Wörterbuch

Locked-off shot:
Die Kamera bleibt an einer festen Position.
Pan:
Horizontale Kameradrehung.
Tilt:
Vertikale Kameradrehung.
Dolly-in:
Kamera bewegt sich auf das Motiv zu.
Dolly-out:
Kamera bewegt sich vom Motiv weg.
Tracking shot:
Kamera folgt einem bewegten Motiv.
Push-in:
Langsames Näherkommen, das Aufmerksamkeit oder Spannung aufbaut.
Pull-back:
Wegbewegung, die Umgebung oder Isolation zeigt.
Orbit:
Kamera kreist im Bogen um ein Motiv.
Crane shot:
Kamera steigt oder sinkt senkrecht.
Handheld:
Leicht unperfekte, menschlich wirkende Kamerabewegung.
Whip pan:
Sehr schneller Schwenk für Energie oder als Übergang.
POV shot:
Blick aus der scheinbaren Perspektive einer Figur.
Rack focus:
Der Fokus wechselt von einer Tiefenebene zur anderen.
Parallax:
Vorder- und Hintergrund verschieben sich unterschiedlich schnell.
Establishing shot:
Weite Einstellung, die den Ort einführt.
Insert shot:
Nahaufnahme eines bedeutsamen Objekts oder einer Handlung.
Beat:
Kleine getimte Handlung oder Pause innerhalb einer Einstellung.
Diegetischer Ton:
Ton, der in der Szene existiert, z. B. Regen oder Radio.
Continuity:
Gleichbleibende Figur, Kleidung, Licht und Geografie über mehrere Schnitte.

Kontinuität und Grenzen

Für wiederkehrende Figuren: ein Referenzbild oder einen Referenz-Clip erzeugen und überall wiederverwenden, wo das Tool es erlaubt. Dieselbe knappe „Charakter-Bibel“ in jedem Prompt wiederholen und Kleidung, Palette, Objektiv-Sprache und Lichtlogik konstant halten. Image-to-Video ist oft zuverlässiger als reines Text-to-Video, wenn Kostüm, Gesicht oder Ort von Einstellung zu Einstellung gleich bleiben müssen.

Typische verbleibende Fehler: wechselnde Identität, veränderte Hände oder Objekte, springende Kleidung, unplausible Berührungsphysik, instabile Schrift auf Schildern, ungewollte Hintergrundwechsel und komplexe Choreografie mit mehreren Personen. Risiko senken: kurze Einstellungen, einfache Interaktionen, klare räumliche Sprache. Einstellungen einzeln generieren, dann im Schnitt zusammensetzen und farblich angleichen.